On this special day, Frank Müller wrote:
> du brauchst bzw. hast halt einen Provider. Und wenn
> dieser vom Gesetzt her verpflichtet werden sollte dafür zu sorgen
> dass der Bundestrojaner auf dem Rechner zu sein hat
Dann kann ich den Provider wechseln. Es braucht nur jemand wie Orange
(Frankreich), Telefonica (Spanien), oder die British Telecom die Chance
nutzen; und schon sieht es wieder anders aus.
Wie soll ein Provider überhaupt einen Trojaner auf meinen Rechner
bekommen, wenn ich nicht es will? Die T-Online-Software habe ich
spätestens seit den Anfängen der Version 6 nicht mehr genutzt; und mein
Router (der die Zugangsdaten meldet) könnte sie auch gar nicht
speichern. Diese Methode würde außerdem nur bei denjenigen etwas
erreichen die herzlich wenig Ahnung davon haben wie Internetzugänge
funktionieren.
*Echte* organisierte Kriminelle oder Terroristen haben meist auch einen
Zugangsweg zu ihren Informationen, der vor solchen Spähangriffen sicher
ist (Steganografie, tote Briefkästen, meinetwegen auch Radiostationen
die nebenher Geheimnachrichten senden). Abgesehen von dem sehr heiklen
Eingriff in Grundrechte wie das Postgeheimnis oder die informationelle
Selbstbestimmung dürfte der Austausch von Informationen solcherart
nicht aufzuhalten oder gar zu kontrollieren sein. Das ist der Grund
warum ich den Bundestrojaner nicht nur für problematisch halte, sondern
auch für ähnlich (in)effizient wie das Vermummungsverbot.
Wie sagen die Admins immer? "Ein soziales Problem kann nicht mit
technischen Mitteln gelöst werden." Dieser Satz sollte öfters einmal
beherzigt werden. Auch von denen die so vehement versuchen gewisse
Internetfilter durchzudrücken.
[OT=Politik]Terrorismus ensteht aus einer Ideologie; und Ideologie ist
etwas das in den Köpfen von Menschen mit Weltbildern steckt. Dort kommt
ein Verfassungsschutz nicht hinein (wie gerne würde ich so manchen
verblendeten ****schädel auf "korrekte Ansicht" umschalten), egal wie
er sich abstrampeln mag. Deswegen sich auf eine technische Methode zu
verlegen halte ich aber nicht für - wie es so schön heißt -
zielführend; denn es mag vielleicht zur Überführung eines einzelnen
(Möchtegern)Täters beitragen, aber was ist mit dem Rest?
Der rückt noch enger zusammen, trauert um den "Märtyrer" der im
Gefängnis sitzt, und radikalisisert sich nur um so mehr. Und er findet
mit Sicherheit neue Wege um sich auszutauschen und das Weltbild von den
bösen Unterdrückern und den guten Widerstandskämpfern zu verstärken.
Neue Sympathisanten lassen sich nun auch wesentlich leichter
rekrutieren mit dem Hinweis auf "das Leiden der gerechten Gläubigen";
und das Problem verschärft sich, statt gelöst zu sein.
Die Ursachen liegen woanders, vor allem in das nicht wegzudiskutierende
Ungleichgewicht zwischen den reichen und den armen Ländern. Dreißig
Jahre mindestens wurde versprochen dass die "Armen" eine Chance bekämen
aufzuholen; ein Blick auf die Realität zeigt, dass eher das Gegenteil
eingetreten ist. Wahrscheinlich glaubt man in den muslimischen Ländern,
dass wir es mit unserer gottlosen Börsenwucherei so weit getrieben
haben, dass Allah sich nur noch zurücklehnen und zuzuschauen brauchte,
wie wir uns mit unserem Megacrash selbst bestraften, und jetzt endlich
zu spüren bekommen was es heißt wenn das Geld vorne und hinten nicht
langt.[/OT]
Gabriele Neukam
Gabriele.Spamfighter.Neukam@t-online.de
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Often those who most loudly proclaim their freedom to choose in some
fields are the most retentive about 'correcting' others' choices in
other fields.
(Brian Brunner in alt.games.diablo2)